Hi,
gute Frage... ich versuche es mal möglichst auch für nicht-Techniker verständlich zu beantworten:
Also grundsätzlich ist es sicher so, dass das Einfahren von neuen Motoren nicht mehr ganz so genauer beachtet werden muss wie noch vor einigen Jahren, da sich die Fertigungsgenauigkeit im Laufe der Jahre verbessert hat. Aber ganz auf das Einfahren sollte man nicht verzichten.
Die Zylinderbohrungen werden ja gehohnt - also nach dem Bohren nochmal genau angepasst. Dabei ist die richtigeOberflächenstruktur wichtig, da sie Mikroriefen für die Schmierölversorgung besitzen muss. Der Kolben bewegt sich ja in der Zylinderbohrung und muss ständig geschmiert werden. Diese Riefen dürfen aber nicht zu tief sein, da der Motor sonst zu viel Öl verbrauchen würde. Die Fertigungstechnologie für die Zylinderbohrung inkl. der Riefen ist eine echte Wissenschaft und ein gutgehütetes Geheimis eines jeden Motorenherstellers.
Soviel zum Grundverständnis der Technik.
Die Oberfläche der Zylinderbohrung ist auf jeden Fall nicht glatt. Unter dem Mikroskop kann man viele kleine Spizte erkennen - wie ein Gebirge - einige größer einige kleiner. Wenn der Kolben sich in der Zylinderbohrung beweget (wenn der Motor an ist), reiben die Flächen des Kolbens (der auch nicht vollkommen glatt ist) an der Oberfläche der Zylinderbohrung. Das heißt die Spitzen reiben aneinander und glätten sich dabei gegenseitig. Umso höher die Belastung ist, desto leichter lösen sich kleinste Partikel, die dann die Oberflächen schädigen. Und unter höheren Belastungen - die ja bei höherer Umdrehungszahl entstehen - richten diese Partikel auch mehr Schaden an.
Hoffe du kannst es dir so eingiermaßen gut vorstellen
Grüße,
scampy